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Das Weißtal
 

Die Sänger des "Weißtaler MGV" kommen aus den 3 Ortsteilen des mittleren Weißtals:
Flammersbach, Oberdielfen und Niederdielfen.
Deshalb soll hier nur von diesen 3 Ortschaften der Gemeinde Wilnsdorf die Rede sein.

Die Weiß, ein linker Nebenfluß der Sieg, durchfließt von Osten nach Westen ein schmales Tal,
das beiderseits von rd.100m hohen Bergen eingerahmt ist. In diesem Tal liegt Niederdielfen,
während die beiden anderen Orte in den hier abzweigenden Tälern des Dielfebaches und des
Flammersbaches gelegen sind

Es wurde festgestellt, daß Dielfen zu den ältesten Siedlungen des Siegerlandes gehört.
Die ersten frühgeschichtlichen Funde in diesem Raum wurden bei Oberdielfen gemacht:
Kornquetscher aus Basaltlava, Steinstößel, Mauerreste einer Töpferwerkstätte nebst Scherben
aus der Jungsteinzeit und Schmelzofen-reste aus der Späteisenzeit (100v. bis 200n. Chr.)

Aus geschichtlicher Zeit wird urkundlich 882 ein dem Kloster Prüm gehörender Hof "Disapha" genannt.
Da der Name "Dilfe" um 1300 "Dispe" geschrieben wurde, nimmt man an, daß der genannte Hof "Disapha"
in Oberdielfen gestanden habe; zumal im Siegerland die Ortschaften mit "Ober-" älter sind als die mit "Nieder-" bezeichneten.

Die einwandfrei älteste urkundliche Erwähnung von Dielfen stammt aus dem Jahre 1333, als ein Zeuge namens
"Syfridus de Dylfft" aufgeführt wird. Mit die-sem "Dylfft" ist Oberdielfen gemeint, denn erst 1417 wird von einem
"Oberen Dilffe" und 1461 von einem "Nyderndilffe" gesprochen, wie aus Urkunden hervorgeht.

Flammersbach allerdings erscheint schon früher, nämlich 1311 in einer Urkunde, demzufolge ein "Wolpertus de
Flammersbach" 6 Dinar an die Martinikirche zu Siegen zu zahlen hatte.

In der Zeit der Feudalherrschaft gehörten die Orte abwechselnd verschiedenen Edelherrn an, denen sie Zehnt- und
Fronpflichtig waren, so den Herren von Wildenburg (bei Krottorf), später denen von Bicken in Herborn. Noch später
mußten dann den Kolben von Wilnsdorf Frondienste geleistet werden, was erst 1806 durch Napoleon abgeschafft wurde.

Staatlich gehörte die Gegend u.a. zu Nassau-Oranien und ab 1816 zu Preußen. Das Wachstum der Orte seit
Beginn der Neuzeit zeigen Folgende Zahlen:
 
im Jahre Niederdielfen Oberdielfen Flammersbach
1563
149 Einwohner
28 Häuser
75 Einwohner
1818
329 Einwohner
245 Einwohner
188 Einwohner
1925
898 Einwohner
546 Einwohner
366 Einwohner
1964
1894 Einwohner
 1117 Einwohner
 653 Einwohner
1974
 2270 Einwohner
 1337 Einwohner
 1136 Einwohner
1993
2862 Einwohner
1452 Einwohner
1163 Einwohner

Während in den ersten Jahrhunderten die Einwohnerzahlen gleichmäßig anstiegen - die Erwerbstätigkeiten waren gleich-
bleibend Landwirtschaft und Bergbau - erklärt sich das schnelle Wachstum in den letzten Jahren durch den Zustrom von
Flüchtlingen nach dem 2.Weltkrieg, durch den Zuzug von Arbeitskräften infolge der Ansiedlung neuer Industriebetriebe -
Übergang vom Bergbau zur Blechverarbeitenden Industrie im ganzen Siegerland - und durch Erschließung neuer Wohn-
gebiete, in denen bisherige Stadtbewohner im Zuge der"Stadtflucht" neue Häuser errichteten. So weiten die drei Orte
sich heute aus, verlieren ihren dörflichen Charakter und werden zu Wohnvororten von Siegen. Sie bilden schon heute
eine zusammenhängende Besiedlungsfläche.

Bei der Raumordnung durch das 2.Siegerlandgesetz verloren die Dörfer ihre Selbständigkeit als Gemeinden und wurden
ab 1.1.1969 der neugegründeten Großgemeinde Wilnsdorf zugeordnet.